John Updike

John Hoyer Updike, geboren 18. März 1932 in Reading, Pennsylvania, gestorben 27. Januar 2009 in Beverly, Massachusetts

Nach dem High-School-Abschluss 1950 erhielt John Updike ein volles Stipendium für ein Anglistik-Studium an der Harvard-Universität, das er 1954 mit einer Arbeit über Robert Herrick summa cum laude abschloss. An der Universität arbeitete er in der Redaktion der Universitätszeitschrift Harvard Lampoon mit. Von 1955 bis 1957 war Updike Redakteur der Zeitschrift The New Yorker, wo er seine ersten Gedichte und seine erste Kurzgeschichte veröffentlichte. 1957 markiert einen Wendepunkt im Leben des Dichters: Er verließ den New Yorker, zog nach Ipswich/Massachusetts und widmete sich fortan ausschließlich dem Schriftstellerberuf. John Updike erlag am 27. Januar 2009 im Alter von 76 Jahren einer Lungenkrebserkrankung.

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Die Rabbit-Pentalogie

                                             Hasenherz

John Updikes Roman 'Hasenherz', Auftakt des Zyklus über seinen Helden Harry Angstrom, gehört längst zur modernen Weltliteratur. Der Warenhausverkäufer Angstrom, ein blonder Hüne mit zierlicher Nase, die ihm den Spitznamen 'Hasenherz' einbringt, hat Glück bei den Frauen – aber er bringt ihnen keines. Er verläßt Frau und Kind und versucht, seine ruhelose Sehnsucht in der wilden Liebe zu einer Gelegenheitsprostituierten zu stillen. Nach einem tragischen Ereignis in seiner Familie kehrt er jedoch zu ihr zurück, scheitert erneut und flieht endgültig ins Ungewisse.

                               Unter dem Astronautenmond

Harry Angstrom, gutsituierter und zufriedener Bürger, und seine Frau Janice, weniger satt und weniger zufrieden, spielen miteinander das alte Spiel von Überdruß und Gleichgültigkeit, Trauer und Schmerz, Trennung und Versöhnung. Aber als der verlassene Harry einen drogensüchtigen Teenager und ihren Black Power-Freund bei sich aufnimmt, bahnt sich eine Katastrophe an.

                                     Bessere Verhältnisse

Harry Rabbit Angstrom ist reich. Er hat die Auto-Vertretung seines Schwiegervaters geerbt und ist in den Golfclub eingetreten. Ein Mann mittleren Alters, der es geschafft hat und doch ständig auf der Suche ist: „Eins sehr menschlicher Held insofern, als er ein Bündel von Bedürfnissen und Hoffnungen ist, darin nicht nur mir, sondern vermutlich sehr vielen Menschen ähnlich“ (Updike). Ein großer Roman überdies vom Glanz und Elend der späten siebziger und frühen achtziger Jahre, als der Welt das Benzin auszugehen droht.

                                           Rabbit in Ruhe

"Es ist der seit langem beste Roman über Amerika aus Amerika", so urteilte die 'Washington Post' über John Updikes vierten 'Rabbit'-Roman. Harry Rabbit Armstrong ist jetzt 55 Jahre alt, dick, quält sich mit Schmerzen in der Brust und mit Todesahnungen. Und wirklich, als er noch einmal seiner alten Basketball-Leidenschaft frönen will, ereilt ihn der todbringende Herzinfarkt. Doch zuvor hat unser Held noch genügend Zeit, mit Ehefrau Janice und Sohn Nelson in Clinch zu geraten, sich aufzuregen und mit seiner Schwiegertochter zu schlafen.

                                     Rabbit, eine Rückkehr

Bisher war Janice es eigentlich gewohnt, ihre Töchter und nahen Verwandten immer wieder einmal zu verlieren. Erst war es Becky und dann Teresa, die nach über 20 Jahren Janices Sohn Nelson verließ. Und nun schottet sich auch noch ihr 19-jähriges Enkelkind Judy hinter einer Wand aus Walkman-Klängen von ihr ab. Aber dann steht plötzlich eine Frau vor der Tür, die sie noch nie gesehen hat, ihr aber merkwürdigerweise irgendwie bekannt vorkommt, und behauptet, die uneheliche Tochter von Janice' verstorbenem Ehemann Harry Rabbit Angstrom zu sein. Kein Wunder also, dass Janice sich später beim Bridge nicht konzentrieren kann.

                                   Die Hexen von Eastwick

Ein boshaftes und dennoch liebevolles Porträt einer trügerischen Kleinstadtidylle. In dem kleinen Ort Eastwick in Rhode Island leben drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch zwei Dinge haben sie gemeinsam: Sie sind geschieden. Und sie können hexen. Zunächst setzen die Drei ihre magischen Kräfte nur für kleinere, charmante Zaubereien ein. Bis eines Tages ein reicher Kunstsammler aus New York in dem langweiligen Nest auftaucht und der Hexensabbat beginnt.

                               Die Witwen von Eastwick

Ein Vierteljahrhundert ist es her, seit die Hexen Alexandra, Jane und Sukie nach den Orgien mit Darryl van Horne und dem Mord an dessen Favoritin den Ort Eastwick verließen. Nun, erneut verheiratet und verwitwet, tun sie, was einsame alte Damen eben tun: Sie nehmen wieder Kontakt auf, reisen zusammen. Den Nil hinauf oder nach China, wo sie den einbalsamierten Mao dazu bringen, ihnen zuzuzwinkern, und die berühmte Terrakotta-Armee marschieren lassen. Schließlich machen sie noch einmal Sommerferien in Eastwick - nicht unbedingt eine gute Idee, denn dort erinnert man sich an sie. Und hat alte Rechnungen offen. Schuld und Sühne, Rache, alt sein unter der Last des Lebens, der Tod, aber auch Freundschaft unter Frauen sind die Grundmotive dieses Romans.

                                     Das Fest am Abend 
 
Im Diamond County Home für alte Leute bereiten sich die Anwohner auf das jährliche Ritual 'Das Fest am Abend' vor, eine Fest im Sommer, bei dem die Alten und die Gerechlichen ihre selbst hergestellten Produkte an die Leute aus der nahegelegenen Stadt verkaufen. Die alten Leute sind immre sehr stolz auf die Verantworten und den Selbstrespekt, den ihnen das Fest jedes Jahr einbringt, doch als das Fest dieses Mal schlechter läuft, als erhofft, wissen alle sofort, wem sie die Schuld dafür geben können: Conner, den neuen Leiter der Anstalt. Gemeinsam revoltieren sie gegen den jüngeren Mann, um ihre eigene Unabhängigkeit wiederzuerlangen.

                                           Der Zentaur

Moderner Alltag und archaische Vorbilder wachsen in John Updikes Roman ineinander, durchdringen sich. Erfrischenderweise gibt es in der die ganze Geschichte tragenden Beziehung zwischen dem Lehrer Caldwell - alias Ghiron - und seinem Sprößling - alias Prometheus - kein Pflichtpensum von Generationsproblemen: Die beiden sind sich in herzlicher, großer Liebe zugetan. Wie Updike diese Liebe schildert, wie er das Schmerzhafte des Sich-Durchschauens und Einander-zu-nahe-Seins wahrnimmt, zeigt die Subtilität seiner Kunst. Sie offenbart sich auch in der Schilderung von Milieu und Nebenfiguren: die High-School, ein schmieriger Direktor, der zu unserer Enttäuschung kein Schurke ist, ein pathetischer Geistlicher, ein Tramp und eine schöne junge Lehrerin, eine der reizvollen Frauengestalten, wie sie dieser Dichter zu zeichnen versteht.

                                             Auf der Farm

Auf der Farm erzählt die Geschichte von Joey Robinsons Besuch auf der Farm, auf der er aufgewachsen ist und wo seine Mutter nun alleine lebt. In Begleitung seiner frisch angetrauten zweiten Ehefrau Peggy und seinem elfjährigen Stiefsohn verbringt Joey drei Tage damit, den Weg, den sein Leben genommen hat, zu überdenken und zu beurteilen. Für Joey und Peggy wird die zerbrechliche Balance zwischen Liebe und Sex durch ein ganz neues, gefährliches Bewußtsein.

                                               Ehepaare

John Updike: 'Es heißt unentwegt, Liebe und Sex seien die neuen Grundlagen unserer Moral. Ich wollte der Sache einmal auf den Grund gehen und die Frage stellen: wäre das überhaupt wünschenswert?' Das vieldiskutierte Thema Partnertausch wurde zum Gegenstand eines bedeutenden und international erfolgreichen Romans.

                                     Der Sonntagsmonat

Reverend Thomas Marshfield, Pfarrer in einer Gemeinde in den Vereinigten Staaten, wird immer wieder von Frauen, die mit ihren Männern nicht zurechtkommen, um Rat angegangen. Der Diener der Kirche bringt dabei gelegentlich Eros und Agape durcheinander: er schläft mit einigen von ihnen, um sich nützlich zu machen ... Eine große erzählerische Leistung, eine meisterhafte psychologische Studie.

                                           Heirate mich!

In zwei Vorortvillen an der Sturmküste Connecticuts zerbricht eine Welt. Updikes klarsichtiger Roman 'Heirate mich!' handelt von vier Menschen um die Dreißig im Konflikt zwischen Familiensinn und Selbstentfaltung, zwischen bewährter Häuslichkeit und blühender Liebe.

                                               Der Coup

Schauplatz dieses glanzvollen satirischen Romans ist der erfundene Staat Kusch in Afrika. Der Herrscher von Kusch versucht, den Import von Cola und Cadillacs zu verhindern - eine Herausforderung der Macht.

                                     Das Gottesprogramm

Roger Lambert, in mittleren Jahren, brilliant und gelangweilt, ist ein Professor der Theologie an einer Universität in Neu England. Fest davon überzeugt, daß religiöser Glaube nur durch eine Umkehr zum reinen Vertrauen gerechtfertigt werden kann, benimmt er sich sehr herablassend, als ihn ein schlacksiger Student besucht und behauptet, daß Computertechnologie auf dem besten Wege sei, Gottes Existenz zu beweisen. Als seine Frau ein Verhältnis mit dem jüngeren Mann anfängt, wird Rogers Glaube erschüttert und er selber fühlt sich sehr zu seiner Halbnichte Verna hingezogen.

                                                       S.

In Briefen aus einem Ashram in Arizona gibt Sarah Worth Einblicke in die Welt der Gurus und der Meditation. "Eine amüsante Persiflage auf die metaphysischen Sehnsüchte einer übersättigten und gelangweilten Gesellschaft ... Der deutsche Botschafter konstatiert mit Neid, dass sich in Amerika die besten Federn nicht zu schade sind, Ereignisse der Zeitgeschichte auf witzige Art zu glossieren."

                         Erinnerungen an die Zeit unter Ford

Als der amerikanische Geschichtsprofessor Alfred L. Clayton aufgefordert wird, seine Erinnerungen an die Präsidentschaft von Gerald F. Ford niederzuschreiben, ist ihm aus dieser Zeit nur noch zweierlei im Gedächtnis: seine eigenen verwickelten Frauengeschichten und die Arbeit an einem nie beendeten Buch über den vielgeschmähten amerikanischen Präsidenten James Buchanan.

                                               Brasilien

Updikes Roman spielt in einem Brasilien, in dem "alles möglich ist, wenn man jung und verliebt ist". Tristao, ein Schwarzer aus den Slums, und die 18jährige Diplomatentochter Isabel, eine Weiße, begegnen sich am Strand von Copacabana und erleben die Liebe auf den ersten Blick. Aber Isabels Familie duldet die Beziehung nicht, die Liebenden fliehen, werden verfolgt, in eine Falle gelockt, für Jahre getrennt. Sie treffen sich wieder, fliehen erneut, und die Abenteuer, die sie erleben, werden immer exotischer. Und dann geschieht eines Tages das Wunder, von dem Isabel immer geträumt hat.

                                       Gott und die Wilmots

John Updike erzählt die Geschichte von vier Generationen der amerikanischen Familie Wilmot, die Probleme mit Gott und der Welt hat. Da sind der allgemein beliebte Prediger Clarence, der seinen Glauben verliert und, weil er ehrlich ist, auch sein Amt, die bildhübsche Essie, die mit Clark Gable und Gary Cooper ins Bett geht, und schließlich Essies Sohn Clark, der Mitglied einer fanatischen, unheilstiftenden religiösen Sekte wird.

                                   Gegen Ende der Zeit

Amerika 2020: Ben Turnbull lebt in einer komplizierten Ehe, die durch die junge Hure Deirdre erotisch aufgehellt wird. Er widmet sich seiner Familie, gibt dem Enkel das Fläschchen und lässt sich von der Schwiegertochter bezaubern. Mit den Verhältnissen hat Ben sich arrangiert. Doch dann erkrankt er.

                               Gertrude und Claudius

Updike erzählt die Geschichte von Gertrude und Claudius, Königin und König von Dänemark, bis zu dem Augenblick, in dem die Handlung von Shakespeares "Hamlet" beginnt: Gertrude, Tochter König Roriks, heiratet wegen der Staatsraison den Mann, den ihr Vater für sie ausgesucht hat. Nach Roriks Tod wird der Schwiegersohn König. Gertrude, die ihren Mann noch immer nicht liebt, erliegt ihrem Schwager. Der König kommt dahinter, weshalb man ein bißchen Gift in sein Ohr träufelt. Gertrude und Claudius feiern Hochzeit und nun, nachdem Updike sich so richtig ausgetobt hat, hat sein Kollege Shakespeare das Wort.

                                     Sucht mein Angesicht

Sucht mein Angesicht hat alle Zutaten, die einen guten Updike ausmachen: Sinn und Sinnlichkeit, Mann und Frau, Lieben und Leben, Erfüllung und die immerwährende Suche danach. Eins kann ohne das andere nicht sein -- das macht unser Leben so spannend, und das macht Updikes Bücher so lesenwert.

                                               Landleben

Owen Mackenzie, Computeringenieur der ersten Generation, hat sein ganzes Leben in kleinen Orten verbracht. Seit er mit einem Partner eine Software-Firma gegründet und rechtzeitig an Apple verkauft hat, hat er keine Geldsorgen mehr. Das Faszinierende am Leben des siebzigjährigen Owen ist seine erotische Biographie: Updike porträtiert dieses Middle America liebevoll und unsentimental, mit den fröhlich auf Männerjagd gehenden Fayes und Karens und Vanessas und Antoinettes und den Männern, die die Schönheit und das Erbarmen der Frauen nicht verdienen.

                                                         Terrorist

Ahmed ist nicht von dieser Welt - und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten 'echte Gläubige Allahs' sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen.

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