T. C. Boyle

Thomas Coraghessan Boyle, geboren am 2. Dezember 1948 in Peekskill, Bundesstaat New York.

Auszug Wikipedia:
Boyle hat in Amerika dem historischen Roman zu neuem Ansehen verholfen. Seine Romane und Erzählungen basieren häufig auf gut recherchierten historischen Ereignissen und Persönlichkeiten, um die er mit viel Liebe zum Detail manchmal realistische – wie im Roman Riven Rock –, manchmal absurde – wie in der Erzählung I Dated Jane Austen – Geschichten erfindet.

Boyle sieht besonders das Lesen zeitgenössischer Autoren als eine der wichtigsten Grundlagen für schriftstellerisches Schaffen. Zu seinen Lieblingsautoren zählen Flannery O'Connor, Gabriel García Marquez, E. L. Doctorow, Thomas Pynchon, Jorge Luis Borges und Julio Cortázar.

Für eine Amazon-Bestellung einfach auf das entsprechende Cover klicken!!!

                                             Wassermusik
Zocker und Voyeure, Hexen und Sadisten, Huren, fremdartige Schönheiten und schottische Kleinbürger: T. C. Boyle erzählt von den zwei Westafrika-Expeditionen des schottischen Entdeckers Mungo Park, der sich um das Jahr 1800 auf die Suche nach dem Niger machte, beide Male in Begleitung eines ehemaligen Sklaven und Butlers. Verwoben in diese Geschichte ist das Schicksal eines Londoner Trunkenbolds und Trickbetrügers namens Ned Rise. Eine weitere Parallelhandlung spielt in Schottland, wo Parks Geliebte und spätere Frau Ailie Anderson auf die Rückkehr des Weltenbummlers wartet. Boyle stützt sich auf dabei auf Mungo Parks Reiseberichte, etwa Travels in the Interior of Africa (1803), die sich unterhaltsam lesen und für damalige Zeiten eine enorme Menge von ethnologischem Material auf unvoreingenommene Weise präsentieren. In einer knappen Vorbemerkung stellt Boyle jedoch fest: Ich habe den historischen Hintergrund aus der Freude und Faszination genutzt, die er mir bereitete, keinesfalls aber in dem Wunsch, die darin festgehaltenen Ereignisse genauestens zu rekonstruieren oder für einen Roman zu bearbeiten.

                                       Grün ist die Hoffnung
An jenem Abend – es war Ende Februar – war ich zu Hause geblieben … In meiner Kindheit gab es nichts, was auf eine Verbrecherkarriere hingewiesen hätte … Dennoch fuhr ich, zwei Stunden nach Vogelsangs Besuch, nach Lake Tahoe, um die ersten unwiderruflichen Schritte auf die schiefe Bahn zu setzen. Ein Jahr lang wollen ein CIA-Agent, ein Botaniker und ein Alt-Hippie in den Bergen nördlich von San Francisco Marihuana anbauen, um endlich ans große Geld zu kommen. Aber die Natur ist widerspenstig und das Leben in der Wildnis einigermaßen strapaziös.

                                           World's End
Die märchenhafteste Geschichte in World's End ist die des amerikanischen Pachtbauern Harmanus Van Brunt, der im 17. Jahrhundert eine Familie durch seine Freßsucht ruiniert. Nachdem er jahrelang mit immensen Mengen an Wildbret, Schnecken und Trüffeln gefüttert worden ist und das einstmals fruchtbare Land nahezu kahlgefressen hat, fällt seine Frau Agatha vor Erschöpfung tot mit dem Gesicht nach vorn in eine Kasserolle mit Kartoffelauflauf. 300 Jahre später wird auch ihr Nachfahre Walter von einem alles vernichtenden Hunger befallen. Und der Garten Enden ist hier kein utopisches Schlaraffenland, sondern ein trostloses Shopping-Mall. Poetischer und unaufdringlicher kann man Kolonialismus, ökologischen Raubbau und den Ausverkauf des American Dream kaum kritisieren.

                                   Der Samurai von Savannah
Irgendwo vor der Küste Georgias springt der japanische Matrose Hiro Tanaka von Bord seines Frachters und erreicht das Land mit nicht viel mehr als einem verblaßten Foto seines amerikanische Vaters und einem Buch mit dem Titel 'Der Weg des Samurai'. Im Land der Verheißung hofft er, die trostlose Vergangenheit eines von der japanischen Gesellschaft verachteten Mischlings hinter sich lassen zu können. Was ihm aber begegnet, ist Rassismus und Haß. Einer, der sich in der Verfolgung des illegalen Einwanderers besonders hervortut, ist ein abgebrühter Vietnam-Veteran, der - Ironie des Schicksals - sein Vater sein könnte. In der überraschenden Schlußszene dieses tragikomischen Romans befolgt Hiro instinktiv eine Weisung aus seinem Samurai-Buch.

                                 Willkommen in Wellville
T.C. Boyles satirischer Roman spielt im Jahre 1907 und führt in das luxuriöse Sanatorium von John Harvey Kellog, dem Erfinder der Corn-flakes, der Erdnußbutter und vieler weiterer unbedenklicher Nahrungsmittel. Die gesundheitsbewußte, reformfreudige Oberschicht Amerikas wallfahrtet zu ihm. Ihr Traum vom ewigen Leben läßt sie unvorstellbare Mühen und Entbehrungen auf sich nehmen.

                                                 América
Dumpfe Ressentiments und bohrende Engstirnigkeit - eine zum Brüllen tragikomische Geschichte Zwei Welten, die sich fremder nicht sein könnten: hier América und Cándido, illegale Einwanderer aus Mexiko, dort das Ehepaar Mossbacher - liberale, umwelt- und ernährungsbewußte Angloamerikaner in Los Angeles. Der Zusammenstoß Cándidos mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cándido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Da die Schuldfrage sich nicht klären läßt und der Mexikaner offenbar kein Englisch kann, drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand ... Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht: Kojoten dringen in das Grundstück ein und töten die kleinen Hunde, dunkelhäutige, verdächtige Gestalten lungern herum, wo er seine Wanderungen macht. Jenseits der eleganten Villensiedlung, tief unten im Topanga Canyon, hausen Cándido und América wie die Tiere. Sie versuchen ihr Glück auf dem illegalen Sklavenmarkt - verfolgt von der Immigrantenpolizei, vom Hunger, von der Verachtung der Weißen, von der Bösartigkeit der eigenen Landsleute.

                                               Riven Rock
Als Stanley McCormick, Sohn des Erfinders des Mähdreschers und damit Erbe eines gigantischen Vermögens, die schöne Katherine Dexter heiratet, bezeichnen die amerikanischen Gazetten dieses Ereignis als Jahrhunderthochzeit, Doch Stanley McCormick erweist sich als seelisch krank: Er hört Stimmen, sieht unsichtbare Dinge, und vor allem seine heftigen Ausfälle gegenüber Frauen machen ihn äußerst gefährlich. Die Ärzte diagnostizieren Schizophrenie und sexuelle Wahnvorstellungen, und nach verheerenden Flitterwochen wird er in sicheren Gewahrsam verbracht, nach Riven Rock, in einen festungsartigen Palast der McCormicks in Kalifornien. Zwanzig Jahre lang versuchen sich alle möglichen Mediziner mit den verrücktesten Therapien an ihm, einer ehrgeiziger und verschrobener als der nächste. Zwanzig Jahre darf Katherine ihren trotz allem geliebten Mann nicht besuchen, dann endlich erhält sie Zutritt zu ihm. Unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen.

                                       Ein Freund der Erde
Städtenamen wie Los Andiegoles und San José Francisco verheißen nichts Gutes. In T. C. Boyles bitterböse Endzeitgroteske, in der der Homo sapiens seine Erde endgültig zu einer Mischung aus Wüstenplanet und Müllkippe heruntergewirtschaftet hat. Unter ewigem Dauerregen siecht in Kalifornien eine hautverkrebste Bevölkerung dahin. Nahrung, sofern dies noch den Namen verdient, und Strom sind Mangelware. Die Atmosphäre: eine Giftküche, in der es selbst im einstigen Sonnenstaat mittags um drei schon stockfinster wird. Immerwährende Superorkane haben die Menschen gezwungen, in fest verankerten Betonquadern dahinzuvegetieren. Aus anderen Weltregionen hört man ähnlich Beruhigendes: Rhein und Loire sind inzwischen bevorzugte Reisanbaugebiete.

                                               Drop City
Draußen, am Eingangstor der Drop City Ranch irgendwo in Kalifornien, hängt ein Sperrholzschild windschief an einem Querpfosten. 'Keine Männer, keine Frauen - nur Kinder!' steht darauf zu lesen. Und tatsächlich haben sich drinnen etwa 60 Menschen versammelt, die nicht erwachsen werden wollen: Hippies der Flower-Power-Ära, die auf dem geerbten Terrain eine Insel der Glückseligen schaffen wollen. Alles, was man zum Leben braucht, ist auf der Ranch versammelt: Ziegen und Zucchini, Platten von Jimmi Hendrix bis Country Joe and the Fish - und Drogen natürlich, jede Menge Drogen.

                                               Dr. Sex
Nun, da Prok tot ist, wandern Milks Erinnerungen noch einmal zurück zu jenem Herbsttag 1939, an dem man im Hörsaal des Instituts für Biologie an der Universität von Indiana eine Stecknadel hätte fallen hören können. Studenten und Studentinnen bekamen heiße Ohren angesichts des Gehörten und vor allem Gezeigten. Was der Professor, von allen nur 'Prok' genannt, in drastischen Bildern an die Wand warf, waren nichts weniger als nackte Tatsachen. Erigierte Penisse, feuchte Vaginen. Fruchtfliege und Blütenstaub hatten ausgedient. Der Zoologe Alfred C. Kinsey hatte sein Lebensthema gefunden: Die Erforschung des Sexuallebens von Mann und Frau. Eine Revolution fand statt. Und einer sollte bald dem inneren Zirkel um Prok angehören: Der schüchterne Studiosus John Milk.

                                               Talk Talk
Identitätsdiebstahl lautet das Schlüsselwort in T.C. Boyles Roman. Es bezeichnet die jüngste Verbrechensvariante, die im Land der tausend Möglichkeiten bereits existenzzerstörende erste Blüten treibt. Im Zeitalter der PINs, Codes und Passwörter verschaffen sich übelwollende Naturen Zugang zu den Konten ihrer Opfer, um sie dann Wirtstieren gleich auszusaugen und sich deren Identität überzustülpen. Ein einträgliches Geschäft. So staunt die gehörlose Dana Halter nicht schlecht, als sie sich nach einem geringfügigen Verkehrsdelikt in den unmenschlichen Fängen einer gnadenlosen US-Justizmaschinerie wiederfindet. Ihr Albtraum hat einen Namen: Dr. Dana Halter! Gesucht in mehreren Staaten wegen vielfachen Scheckbetrugs. Ihr Wirtstier!

                                             Die Frauen
Tadashi Sato ist enttäuscht. In einem acht Jahre alten Stutz ist der junge Japaner zum Anwesen des weltberühmten amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright gefahren, um dort von seinem Vorbild gegen Bezahlung in die Geheimnisse des ästhetischen Hausbaus eingewiesen zu werden – um muss erst einmal zum Kohlschneiden, Maisblättern und Kartoffelschälen in die Küche. Überhaupt ist sein Idol ganz anders, als er es sich erträumt hat: geizig ist er, egoistisch, mit allerlei Allüren. Aber: ist er das wirklich, oder; ist er vielmehr nicht gerade alles? Hat er einfach alle Facetten zwischen Genie und Biedermann?

Dieses Buch ist in deutscher Sprache bisher nur als Hardcover erschienen.

[Home] [Star Wars] [Gertrud] [Danny Elfman] [Constanze] [Links] [Ewan] [Bibliothek]